Ein Jahr Selbständigkeit
Janine Aerni
am
Wofür ich dankbar bin
Vor einem Jahr habe ich meinen Praxisraum eingerichtet. Ein Jahr! Wow. Ich bin dankbar, diesen wunderbaren Raum nutzen zu können mit lieben Arbeitskolleginnen und -kollegen. An einer tollen Lage in einem charmanten Haus mit lieben Nachbarn darf ich täglich einer wunderbaren Tätigkeit nachgehen.
Auch bin ich dankbar, auf mein Bauchgefühl gehört zu haben und trotz meiner Liebe zu meinem vorherigen Beruf als Primarlehrerin dieses neue Kapitel aufgeschlagen zu haben. Es lohnt sich, auf das Bauchgefühl zu hören.
Dass ich den Mut aufgebracht habe und diesen neuen Weg beschritten habe, erstaunt mich manchmal. Es war nicht ganz ohne. Nicht alle in meinem Umfeld haben nachvollziehen können, was da grad abgeht und dennoch habe ich so viel Unterstützung und gutes Zureden erlebt. Vielleicht haben die Leute gespürt, dass es sich für mich total stimmig anfühlt.
Dass man mich im Internet-Dschungel findet, verdanke ich meinem Mann. Mit unglaublich viel Herzblut und Liebe zum Detail hat er in vielen Stunden eine für mich wunderschöne Webseite kreiert. Ohne diese Online-Identität und sein stetes Ermutigen wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Ich hätte keine Videos gemacht, hätte vielleicht beim ersten Hindernis alles an den Nagel gehängt, hätte ich nicht ihn an meiner Seite, der mir zuhört, wenn mich Selbstzweifel überkommen und mein Potential sieht, wenn es für mich grad im Verborgenen liegt.
So viele Bekannte und Freunde haben sich gewagt und sind zu mir in eine Sitzung gekommen. Das ehrt und rührt mich. Danke! Dank euch konnte ich irgendwo anfangen und mich entwickeln. Ich betrachte es nicht als selbstverständlich, dass ihr mir euer Vertrauen entgegenbringt und den Mut habt, euch auch eine neue Erfahrung einzulassen. Das Interessen an Hypnose wächst, was mich enorm freut. Viele merken, dass sie gewisse Vorstellungen von Hypnose verabschieden und revidieren dürfen.
Unendlich dankbar bin ich auch allen Menschen, die mich noch nicht gekannt haben und es gewagt haben, bei mir eine Sitzung zu buchen. Auch dies erfordert Mut. Hypnosetherapie baut auf Vertrauen und Beziehung. Danke, dass ihr mir einen Teil eurer Lebensgeschichte anvertraut und euch auch oft verletzlich zeigt. Dies erfordert Mut. Ich weiss es sehr zu schätzen.
Was ich gelernt habe
Selbstvertrauen fällt einem nicht in den Schoss. Auch kann man es nicht durch viel Überlegen und Zerdenken erlangen. Es erfordert Handlungen. Ich habe immer wieder den Schritt gewagt und Dinge gemacht, vor denen ich ein wenig Angst hatte. Sonst wäre ich nicht vom Fleck gekommen. Oft war auch eine grosse Portion “Probier’s einfach” dabei. Das finde ich noch immer schwierig. Der Prozess ist auch jetzt noch nicht abgeschlossen. Jede einzelne Sitzung lehrt mich Dankbarkeit und Demut. Ich wachse, gebe mein Bestes, stecke auch kleine Misserfolge ein und stehe wieder auf. Weiter geht’s! Das beansprucht manchmal ganz schön viel Energie, ist aber wahnsinnig bereichernd.
Ich habe das Gefühl, einen Beruf gefunden zu haben, der auf mich gewartet hat. Ich kann nun dies tun, was ich immer schon gerne gemacht habe und mir grosse Freude bereitet: Menschen einen sicheren Raum schenken, ihnen zuhören, ohne zu urteilen, ihnen wichtige Fragen stellen und sie dabei begleiten, wieder mehr zu sich zu finden. Hypnose vereint Körper und Geist, Herz und Bauch, Denken und Fühlen und aktiviert die Selbstheilungskräfte. Für mich ist es mehr als ein Beruf: es ist eine Haltung, etwas, wohinter ich stehe und oft erleben darf, wie es Menschen hilft. Kein Hokuspokus, nichts Abgehobenes, sondern eine sanfte Methode, die den Klientinnen und Klienten hilft, nach Innen zu schauen und zu hören und sich wieder mit sich zu verbinden.
Ich habe gelernt, dass es nicht allen Menschen entspricht und ich nicht die Welt retten kann. Das ist ok.
Dass ich gut zu mir schauen muss, damit ich ausreichend Energie habe, das durfte ich auch lernen.
Dass die Sicherheit mit jeder Sitzung wächst.
Dass es weniger um mich und viel mehr um die Klientin und den Klienten geht, durfte ich lernen. Es fällt mir manchmal noch schwer, nicht eigene Anekdoten zu erzählen und nicht zu beraten. Da darf ich noch mehr dazu lernen.
Was noch kommt
Was noch kommt, weiss ich nicht. Ich versuche, Tag für Tag mein Bestes zu geben und immer wieder Freude zu empfinden. Rückblickend bin ich einfach zufrieden und dankbar.
Ungefähr 250 Sitzungen durfte ich nun abhalten. Das ist eine schöne Bilanz. Wichtiger als die Zahl sind die Menschen dahinter. Jede Sitzung war und ist einzigartig. So unfassbar viele Geschichten und Emotionen durfte ich erfahren. Wie eine Schatzkiste mit schönen Diamanten fühlt sich das an. Ich möchte keine einzigen Sitzung missen- jede war auf ihre eigene Art und Weise magisch.
Was nun vor allem bleibt ist eins: Dankbarkeit.