Einmal neue Glaubenssätze, bitte!
Janine Aerni
am
Welche Glaubenssätze sind dir bewusst?
“Ich muss mehr leisten als andere, um gesehen zu werden.”
“Wenn ich das tue, bin ich egoistisch.”
“Ich bin zu sensibel.”
“Ich genüge nicht.”
“Ich muss bescheiden bleiben, sonst denken die anderen, ich bin überheblich.”
Die Liste könnte endlos lang so weitergeführt werden. Was sind deine Glaubenssätze? Vielleicht gibt es einige, die du seit der Kindheit mit dir mitträgst?
Es mag sein, dass sie dich einmal beschützt haben oder dir eine Richtung vorgegeben haben. Aber kann es sein, dass sie sich heute etwas veraltet anfühlen? Ein wenig starr?
Ein Grossteil unserer täglichen Gedanken, auch gerade die, welche sich um uns selbst drehen, sind negativ. Dies zu erkennen kann bereits ein erster wertvoller Schritt sein, eine neue Richtung einzuschlagen. Was, wenn du die alten, verstaubten Sätze umschreibst?
Wenn es plötzlich heisst:
“Ich bin genug”.
“Ich bin es wert.”
“Meine Sensibilität ist meine Superpower.”
“Ich darf grosse Träume und Visionen haben.”
Klingt doch irgendwie befreiend und aufbauend, oder?
Was, wenn ich mir nicht glaube?
Vielleicht fällt es dir anfangs schwer, gut über dich zu denken und diese positiven Sätze anzunehmen. Macht nichts. Bleib dran. Dein Gehirn ist plastisch, das heisst, du kannst neue neuronale Netzwerke bilden. Aber es braucht die Wiederholung. Drum: sag dir die gewünschten Sätze immer wieder auf. Und dann: Komm in die Handlung! Geh etwas mal anders an. Trau dir was zu, bevor du dich hundert Prozent bereit fühlst. Verlasse deine Komfortzone. Probiere ein neues Hobby aus. Lerne diese eine tolle Sprache. Unternimm diesen Ausflug, den du immer aufgeschoben hast.Sag deine Meinung zu einem Thema. Durch diese Taten wirst du wachsen und deinen Handlungsspielraum erweitern. Das Vertrauen in dich wächst.
Du wirst lernen, dass dir nichts zustösst, auch wenn du etwas wagst. Sei wohlwollend an deiner Seite, auch wenn etwas nicht von Beginn an klappt. Die Angst vor dem Scheitern limitiert dich. Einer meiner momentanen Lieblingssätze ist:
“Wer nicht aufgibt, kann nicht scheitern.”
Darin liegt so viel Mut und Vertrauen, soviel Zuversicht, das tut richtig gut.
Stolpern gehört dazu
Du darfst es immer wieder ausprobieren. Immer wieder fallen, wenn nötig. Und dann wieder aufstehen. Das erfordert Selbstdisziplin und eine Portion Frustrationstoleranz. Und mit ein wenig Humor ist es gleich leichter. Und auch dann sind positive Sätze gefragt:
“Schön, wie viel Mut ich habe.”
“Ich bin mein grösster Fan, egal, was passiert.”
“Mein Wert ist unabhängig von meinen Leistungen.”
“Ich bin richtig, so wie ich bin.”
Sei selbst dein Cheerleader. Vielleicht steht grad niemand sonst am Rand, der applaudiert.
Vergleiche dich nicht
Leichter gesagt als getan. Mir hilft es, wenn ich die Haltung habe, dass andere mich zwar inspirieren, ich mich aber nicht mit ihnen vergleichen muss. Ich darf fragen, wie sie es geschafft haben, so gut zu werden in einem Bereich, sollte aber darauf bedacht sein, mich nachher nicht klein zu machen, wenn es mir noch nicht so gut gelingt. Dranbleiben. An sich glauben. Grosse Visionen haben. Selbstdisziplin. Flexibilität. Einen inneren Kompass, der anzeigt, wohin ich gehen möchte. Und im besten Fall: warum. Was möchte ich zur Gesellschaft beisteuern?
Wenn du erkennst, dass du das ganz nach deiner persönlichen Art machen darfst und niemanden kopieren musst, setzt dies so viel Energie frei. Du erkennst deine Talente und freust dich, etwas beisteuern zu dürfen. Ganz nach deiner Art und Weise, in deiner persönlichen Farbmischung. Genau SO ist niemand.
Und der innere Kritiker?
Naja, der ist wohl immer dabei. Bei mir auch. Gerade jetzt. Der sagt: “Mit diesem Text erfindest du auch nicht das Rad neu.” Und: “Für wen hältst du dich, solche Weisheiten zu schreiben?” Oder: “Aber dir selbst gelingt es doch auch nicht immer.”
Weisst du was? Diese Sätze kommen immer mal wieder. Aber es hält mich nicht ab, es trotzdem zu tun. Denn da sind nun ganz viele andere, kraftvolle Sätze dazu gekommen, welche auch dazu beitragen, dass ich wachsen darf und nicht immer im selben Sumpf verweilen muss.
Ich wünsche dir auch solche Sätze, die dich antreiben, dir Zuversicht und Hoffnung schenken und vor allem: dich weicher mit dir selbst werden lassen.
Weil du es wert bist.
Herzlich,
deine Janine