Mein neues Hobby und ich- was ist DEIN Traum?
Janine Aerni
am
Sich selbst beim Wort nehmen
Als mich eine Freundin gefragt hat, ob ich sie in eine HipHop-Tanzstunde begleite, habe ich erst verneint. Am nächsten Tag habe ich meine Meinung revidiert. Ich konnte nur noch daran denken. Und auch an die Sehnsucht nach jeder Tanzaufführung meiner Kinder: Das möchte ich auch. Nun ist es an der Zeit, dass ich mich beim Wort nehme.
“Ja, ich komme mit.”
Unendlich viele Gelegenheiten für’s Ausdehnen der Frustrationstoleranz
In der Tanzstunde habe ich dann nicht nur meine Muskeln gedehnt, sondern vor allem meine Frustrationstoleranz. Ich habe mich im Voraus bereits darauf eingestellt, dass ich mir die Schritte wohl nicht von Anfang an merken kann und es sich teilweise so anfühlen wird, als ob ich zwei linke Füsse hätte. Und dies nicht, weil ich mir eine negative selbsterfüllende Prophezeiung reinziehen wollte, sondern weil ich mich in meinem anfänglichen Scheitern wohlwollend begleiten wollte. Es wäre utopisch, mit 43 und als HipHop-Anfängerin zu glauben, der Gruppe gleich folgen zu können. Das konnte ich auch nicht.
Warum HipHop und nicht was Altersgerechtes?
Weil ich die Musik mag und die Lockerheit. Diese Lockerheit kann mich viel lehren für meinen Alltag. Es geht mir hier nicht um’s “auf jung machen”, sondern vielmehr um mir zu zeigen: Es ist nicht zu spät. Und: Nur wer aufgibt, scheitert.
Ist es leicht? Nein.
Bin ich zuversichtlich und entspannt? Nein.
Es kommen regelmässig Zeifel und Ängste zu Besuch. Werde ich irgendwann auch nur annähernd so gut tanzen wie das Gros der Gruppe? Werde ich mir die Choreografie irgendwann einmal merken können?
Ich weiss es nicht.
Trotz all dieser Struggles macht es mir bereits jetzt enorm viel Spass. Das möchte ich in meinem Leben. Und ich möchte fit und gesund alt werden. Das funktioniert doch am allerbesten mit tanzen, oder nicht?
Warum erzähle ich dir das?
Weil ich vermute, dass auch du lang gehegte Träume hast. Und wohl auch langjährige Zweifel, Gründe, die dagegen sprechen.
Was, wenn du es trotzdem probierst? Grossmütig mit dir bist und dich im anfänglichen Scheitern annimmst und begleitest? Du trainierst hier dein Selbstmitgefühl, deine Geduld, deine Akzeptanz und was ganz Geniales: deinen Glauben an dich.
Wenn ich Dinge verfolge, welche immer wieder aufblitzen wie Visionen und Träume, zeige ich mir selbst: Ich bin es mir wert. Ich nehme mich ernst. Und das allein ist so unglaublich wertvoll.
Da ist es dann zweitrangig, ob du gut darin bist oder nicht. Frustriert sein gehört zum Prozess. Das Wachstum kann dann allerdings umso grösser sein.
Also: let’s go!
PS: Ich glaub an dich.