Mit drei Schritten zu mehr Gelassenheit
Janine Aerni
am
Forderst du dich gerne heraus?
Es geht mir nicht darum, dass du dein Leben löblicher und vorbildhafter lebst. Dass du dich noch mehr selbst optimierst. Ich bin da aber grad an einer persönlichen Challenge dran (ich liebe persönliche Challenges!). Warum? Weil ich so Neues entdecke und es mich zufrieden macht.
Es klingt simpel, und dennoch spüre ich einen positiven Effekt:
Ich versuche täglich Körper, Geist und Seele mit guter Nahrung zu füttern (im übertragenen Sinn). Natürlich ist die Ernährung auch ein wichtiger Teil, darum geht es mir hier aber nicht per se. Und nun denkst du vielleicht, dass du gar nicht so viel Zeit hast in deinem vollgepackten Alltag. Vielleicht aber schon, wenn du ganz ehrlich bist. Lassen sich einige Angewohnheiten ersetzen oder kannst du sie weglassen? Dinge miteinander verbinden? Früher aufstehen?
Körper
Ich versuche, täglich eine Einheit Sport in meinen Alltag zu bringen. Es darf auch eine kurze Einheit sein, wichtig ist mir hier die Regelmässigkeit. Vielleicht denkst du auch jetzt, dass dies nicht mit deinem Zeitplan zu vereinen ist. Sei kreativ- bestimmt findest du einen Moment für eine Joggingrunde, durch die Wohnung tanzen, Yoga, einen zügigen Spaziergang (zur Arbeit?).
Du denkst nun eventuell: Ich mag mich doch nicht jeden Tag plagen und aufraffen müssen. Vielleicht kommst du aber an den Punkt, an dem du dich so richtig drauf freust und es sich nach “etwas gönnen” anfühlt. Der positive Effekt ist für mich, dass ich weniger im Kopf und mehr im Körper bin, was dem “Overthinking” entgegenwirkt und mir dabei hilft, mehr Gelassenheit für den Alltag zu verschaffen.
Geist:
Ich stelle fest, dass mir zu viel Social Media oder Netflix nicht gut tun. Daher lese ich wieder vermehrt. Also täglich. Auch wenn es manchmal nur zwei Seiten sind. Vor allem vor dem Einschlafen. Positiver Effekt: weniger Netflix, erholsamerer Schlaf. Natürlich darf ich auch noch Netflix schauen, das Bedürfnis nimmt aber ab, weil mir die Vorteile von weniger Bildschirmzeit gut tun. Es darf gern was Informatives sein, das ich lese, aber auch was für’s Herz, wenn mir danach ist.
Seele:
Jeden Tag versuche ich, etwas Kreatives zu tun. Im Moment ist es Schreiben oder Sticken. Hier geht es mehr um die Tätigkeit an sich und weniger um das Resultat. Dann kann ich die Seele baumeln lassen und mein Nervensystem entspannt sich. Auch hier: manchmal sind es nur zehn Minuten. Netter Nebeneffekt: weniger Zeit am Handy.
Was mir sonst gerade gut tut
Die Vorstellung von den drei Dritteln. Lass es mich erklären.
Gestern habe ich auf Instagram (ja, ich erlaube mir noch immer Zeit auf Social Media) einer weisen Frau zugehört, die davon spricht, dass so viele immer dem Glück nachjagen. Wenn man es aber realistisch betrachtet, ist man wohl einen drittel der Zeit glücklich und im Flow. Hier läufts. Wenn man es so richtig geniesst und die Speicher auffüllt, kann man schlechtere Zeiten vielleicht etwas besser durchstehen.
Ein drittel fühlt sich eher so nach “ganz okay” an, weder sehr gut noch mega schlecht.
Ein drittel ist schwer. Hart und erschöpfend. Das ist ok. Es wird wieder vorbei gehen, wie alles vorbei geht. Alles ist im Fluss, nichts bleibt, dass kann zwar beängstigend sein, gibt aber eben auch Kraft, um durchzuhalten, wenns grad harzig läuft. Es hilft, wenn man flexibel und beweglich bleibt im Leben. Annimmt und auch loslässt. Alles ist im Wandel, auch in der Natur.
Positiver Nebeneffekt
So konzentriere ich mich auf Dinge, die mir gut tun und vergesse ganz nebenbei immer öfters, was ich nicht mehr möchte. Ich spüre, dass es mir mehr dabei hilft, Unliebsames loszuwerden wenn ich mich nicht darauf, sondern auf das Freudvolle fokussiere.
Ich habe immer noch Zweifel, Ängste, Sorgen. Aber ich kann gelassener damit umgehen und habe mehr Vertrauen in mich.
Darum geht es in der Hypnose übrigens auch: weg von dem, was du nicht mehr möchtest, hin zu dem, wovon du träumst.
Was sind deine Träume? Wovon möchtest du mehr?
Sei freundlich mit dir und bleib neugierig: wo kannst du etwas Neues ausprobieren? Wo etwas weglassen? Wo vielleicht sogar etwas Langeweile einstreuen? Sie hilft dir nämlich auch. Beim Setzen-lassen, beim Herausfinden, was du möchtest und beim Erholen.