Teebeutelweisheit
Janine Aerni
am
Berufung
Der Satz von Aristoteles begleitet mich in letzter Zeit:
“Wo deine Talente und die Bedürfnisse der Welt sich kreuzen, dort liegt deine Berufung.”
Suchst du nach deiner Berufung? Oder bist du angekommen in deiner Tätigkeit, deinem Beruf, deinem Dasein?
Ich erlebe oft, dass Menschen sich in einem beruflichen Umfeld bewegen, das ihnen nicht gut tut. Wegen der Menschen um sie herum, wegen der Tätigkeit, die ihnen vielleicht gar nicht so zusagt oder wegen eigenen limitierenden Glaubenssätzen, die sie klein halten. Nicht nur im Beruf, auch in anderen Tätigkeiten.
Hierzu einige Gedanken:
- Verspürst du oft Freude in deiner (beruflichen) Tätigkeit?
- Bist du unter- oder überfordert oder genau richtig ausgelastet?
- Welche alten Glaubenssätzen halten dich zurück?
- Welches sind deine Träume und Visionen? Lassen sie sich mit der aktuellen Tätigkeit vereinbaren?
- Wo liegen deine Stärken? Darfst du sie ausleben?
- Ist persönliche Entwicklung möglich in deiner Tätigkeit?
- Was hat dir schon immer Freude bereitet? Auch als Kind? Findest du das in deinem Beruf?
- Fällt es dir leicht, zur Arbeit zu gehen?
- Siehst du eine Sinnhaftigkeit hinter deiner Tätigkeit?
Wertschätzung und Sinnhaftigkeit
Meiner Meinung nach ist es enorm wichtig, dass du meistens (immer geht wohl nicht) Freude verspürst und wachsen kannst. Und dass du DU sein darfst. Dass deine intrinsische Motivation aktiviert ist.
Und dass man dich sieht und wahrnimmt, in dem, was du machst. Und dir eine aufrichtige, konstruktive Rückmeldung gibt. Für uns Menschen ist es dringend nötig, dass wir eine Sinnhaftigkeit in unserem Tun erkennen, wenn wir längerfristig mit Elan und Motivation einer Tätigkeit nachgehen wollen.
Ich bin davon überzeugt, dass jede und jeder von uns Talente und Fähigkeiten besitzt, welche ideal eingesetzt maximalen Nutzen für die Gesellschaft oder unser Umfeld generieren.
Hier lohnt es sich, ehrlich zu sein:
- Mache ich diese Arbeit aus freien Stücken?
- Sind es externe Faktoren wie Lohn, Ansehen, die mich motivieren oder ein innerer Funke?
- Würde ich gerne etwas anderes machen, traue es mir aber (noch) nicht zu?
- Kann ich ICH sein?
- Ist der Beruf für meine Gesundheit förderlich?
Es ist nicht immer Wunschkonzert
Mir ist klar, dass das Leben kein Ponyhof ist und äussere Faktoren und die finanzielle Situation massgeblich mitverantwortlich sind für unsere beruflichen Möglichkeiten. Aber selbst hier:
- lässt sich meine innere Haltung so ändern, dass ich mehr Leichtigkeit reinbringen kann?
- kann ich mich in die ein- oder andere Richtung begeben, damit ich noch zufriedener bin? Eine Weiterbildung, ein Praktikum, was brauche ich?
- bringe ich mir selbst Wertschätzung entgegen und kann auch Grenzen setzen?
- ist mein Berufsumfeld für meine Psyche gesund? Habe ich gute Verarbeitungsstrategien?
- behandle ich andere gut und zeige Ihnen, wie ich behandelt werden möchte?
Traum und Realität liegen nicht immer neben einander. Kannst du dich aber etwas mehr in Richtung Traum bewegen? Damit er einmal Realität wird? Oder lebst du schon deinen Traum? Wenn du in fünf Jahren zurückschaust, wie denkst du dann wohl über deine aktuelle Situation?
Wieder ein Kalenderspruch, aber irgendwie berührt er mich:
“Versuche so zu leben, dass dein achtjähriges und dein achtzigjähriges Ich stolz auf dich sind.”
Schön, oder? Was sind deine Qualitäten? Setzte du sie schon ein? Und sonst: abwarten und Tee trinken ;)