Zurück zur Liste

Was Hypnose mit Neurowissenschaft zu tun hat

Was Hypnose mit Neurowissenschaft zu tun hat - Blog von Hypnose Bern – Janine Aerni
Hypnose Bern – Janine Aerni

Janine Aerni
am

Hypnose verdient Anerkennung

Ich meine das nicht aus einer beleidigten Stimmung heraus, sondern aus einer unglaublichen Liebe und Leidenschaft für die Hypnose. Der Nutzen kann für die Menschen so gross sein. Wir können alle so viel gezielter und selbstwirksamer auf unser Denken, Fühlen und Handeln einwirken, als wir uns bewusst sind. Wir sind nicht hilflos unseren Emotionen ausgeliefert wie eine Nussschale auf offenem Meer. Wir können die Richtung in unserem Leben stark mitbestimmen. Was sind deine Wünsche, deine Visionen? Was tust du, um sie zu erreichen? Und: erkennst du, was du JETZT bereits alles hast und bist?

Nun aber zur Podcast-Folge:

Mel Robbins im Gespräch mit dem Neurowissenschaftler und Neurochirurgen Dr. Jim Doty

Ich mag den Podcast von Mel Robbins. Er baut auf und inspiriert.

Das Buch “Mind Magic” von Dr. Jim Doty hat mich begeistert. Ihn nun in dieser Podcast-Folge über Neurowissenschaft und Manifestation zu hören, war eine Wohltat. Sein enormes Wissen über das menschliche Gehirn und dessen Funktionsweise, seine Vision, mit geöffnetem Herzen durchs Leben zu gehen, Empathie zu fühlen und zu leben und ein Miteinander anzustreben, hat mich tief im Herzen berührt. Und so vieles, was er sagt und beschreibt, ist identisch mit dem, was Hypnose bewirken kann. Die Folge ist kein Gespräch über Hypnose, und doch erkenne ich unzählige Parallelen. Einmal mehr bestätigt es mir: Hypnose ist kein Voodoo-Zauber, es ist angewandte Neurowissenschaft mit dem Ziel, alte, limitierende Glaubenssätze und Denkmuster abzulegen und befreit, mit Freude und offenem Herzen in die gewünschte Richtung zu gehen.

Wie sich Neurowissenschaft konkret in der Hypnose zeigt

Dr. Doty sagt, als erstes ist es wichtig zu erkennen, welche Gedanken uns einschränken.

Genau dem geht man bei der Hypnose im Vorgespräch auf die Spur. Welche Glaubenssätze spielen wie eine alte Schallplatte auf einem Plattenspieler im Keller? Darf diese Schallplatte ausgewechselt werden? Was sind neue Gedanken und Worte, die du für dich etablieren möchtest? Das nennt man in der Hypnose “positive Suggestionen”. Du bestimmst deine Wunschgefühle. Wie möchtest du dich öfters fühlen? Das ist dein innerer Kompass, der dir deine Richtung anzeigt.

Wichtig ist es, wenn man eine Veränderung der Denkweise anstrebt, dass man dies in einem entspannten Zustand macht. Das heisst, man ist im “Herzmodus”, wie Dr. Doty es nennt und nicht im “Furchtmodus”. Auch dies machen wir in der Hypnose, in dem du die Augen schliesst, bewusst atmest, Bilder herannimmst, die für dich Ruhe und Sicherheit ausstrahlen. Dein Körper und dein Geist dürfen sich entspannen, sicher fühlen und den Parasympathikus walten lassen. Er ist zuständig für Entspannung, Regeneration und Aufbau von Energiereserven. Hier kannst du ruhig atmen, dein Blutdruck senkt sich und visualisieren und dein Herz zu öffnen wird leichter. Die Tore zum Unterbewusstsein sind geöffnet. Und dies wollen wir in der Hypnose: eine echte Verbindung zu deinem Unterbewusstsein, wo ca. 95 % deiner Glaubenssätze, Denkweisen, dein Erlebtes, deine Haltung “programmiert” und abgespeichert ist.

Dr. Doty meint auch, dass man sich die Visionen, die Wünsche aufschreiben und selbst vorlesen und in einem weiteren Schritt visualisieren soll. Eine Herangehensweise, die möglichst alle Sinne anspricht, also. Und genau das tun wir auch in der Hypnose. Du sprichst im Vorgespräch laut aus, was du dir wünschst und ich wiederhole dies mehrfach in der Hypnose. Du visualisiert es und hast nun ein Bild und eine positive Emotion dazu. Dies legt den Beginn eines neuen neuronalen Netzwerks. Nun ist Wiederholung gefragt. Denn das unvorstellbar grossartige an unserem Gehirn ist: Es ist plastisch, das heisst veränderbar und formbar. Bis zu unserem Tod lassen sich neue solche Netzwerke bilden. Es erfordert, dass wir wiederholt die neuen Worte denken oder aussprechen, denn unser Gehirn liebt Repetition. Achte also darauf, wie du über dich selbst denkst und sprichst. So denkst du auch über die Welt.

Kommt ein Gedanke öfters, wird er ernst genommen. Dies nennt man “Salienz”. Unser Gehirn sucht nun nach Bestätigung, um diese Annahme richtig dastehen zu lassen.

Was bedeutet dies konkret für deine Gedanken über dich?

Es ist enorm wichtig, dass du dir bewusst machst, wie du über dich denkst. Sind es eher negative Sätze wie “Ich kann das niemals”, oder ” Ich genüge nicht”? Sind dies die Schallplatten in deinem Keller? Gut, dass es nun vom Unterbewusstsein ins Bewusstsein gelangt ist, denn nun hast du die Möglichkeit, eine neue Schallplatte aufzulegen. Dein Gehirn wird nun eben ein neues Netzwerk aufbauen, insbesondere, wenn dein Satz, deine Vision mit Emotionen verbunden ist (indem du visualisierst, was du dir wünschst und das Gefühl bereits wahrnimmst).

Kommen nun die negativen Gedanken nicht mehr? Doch, wahrscheinlich schon. Dr. Jim Doty erklärt, dass es ist die Bürde von uns Menschen ist, dass wir die Neigung zu einer negativen Denkweise haben. Dies hat der Menschheit vor langer Zeit geholfen, Veränderung und Optimierung hervorzubringen, auf Gefahren zu achten und so das Überleben der Nachfahren sicherzustellen.

Unsere Lebensweise hat sich aber verändert, sehr rapide sogar in der letzten Zeit. Es besteht bei den meisten von uns nicht regelmässig akute Lebensgefahr. Wir benötigen die “Warngedanken” selten in diesem Ausmass, in welchem sie auftreten. Hier hilft Abstand nehmen von unseren Gedanken und sie als das sehen, was sie sind: Gedanken und selten die Wahrheit. Und dann: dem Gehirn einen neuen Vorschlag machen. Zum Beispiel: “Ich bin sicher”. Oder “Ich kann alles schaffen”.

Was kann ich nebst Visualisieren tun?

Einen umgehenden positiven Impact haben folgende “Werkzeuge”:

Dankbarkeit.

Indem du aufschreibst, wofür du dankbar bist, richtest du deinen Fokus darauf, was bereits da ist. Du agierst und fühlst aus einem Standpunkt der Fülle heraus. Und weil du mit dem Filter der Dankbarkeit durchs Leben gehst, ziehst du noch mehr davon an. Dies verhält sich wie bei einem Instagram-Feed: Du bekommst mehr von dem, was du regelmässig “konsumierst”.

Staunen

Staunen hat auch mit Dankbarkeit zu tun und vor allem mit Innehalten. Ruhiger werden, den Parasympathikus aktivieren. Aus dieser Ruhe und Entspanntest lässt sich kreativ und spielerisch deine Denkweise, deine Stimmung zum Positiven verändern.

Affirmationen

Wähle positive, kraftvolle Worte. Vergrössere dein “Möglichkeitsspektrum” von “Das kann ich nie schaffen” zu “Alles ist möglich”, oder “Wenn ich dranbleibe, schaffe ich es”. Was ich besonders mag: “Wer nicht aufgibt, kann nicht scheitern”.

Empathie und gelebtes Miteinander

Dr. Doty sagt, dass der “Bauplan von uns Menschen” es vorsieht, dass wir zusammen agieren, füreinander da sind und uns unterstützen. Es entsteht ein tieferer Sinn unseres Daseins, eine Sinnhaftigkeit und zudem werden wünschenswerte Hormone wie Oxytocin ausgeschüttet, welche uns in den “Glücksmodus” versetzen. Also Herz öffnen, anderen zuhören, sie vielleicht inspirieren und mit positiven Schwingungen beschenken. Dies setzt voraus, dass du dein eigenes “Gefäss” auch füllst. Selbstakzeptanz und Selbstliebe lebst, nicht nur gibst, dich aber selbst vergisst.

Mein Fazit

Am liebsten wäre es mir, alle Menschen würden diese Podcast-Folge hören. Sie ist berührend, inspirierend und horizonterweiternd. Zutiefst menschlich und nie belehrend.

Mir bestätigst es einmal mehr, dass Hypnosetherapie ein Geschenk ist und ich dankbar bin, diesen Beruf ausüben zu dürfen. Ich darf hier ganz authentisch sein, unglaublich spannende und liebenswürdige Menschen kennenlernen und sie begleiten. Im besten Fall darf ich miterleben, wie ihnen ein Licht aufgeht und sie wieder zu sich selbst zurückfinden und die Kraft des Bewusst-werdens, des Visualisieren und der Selbstakzeptanz erleben.

Ich bin Feuer und Flamme und hoffe, dass auch du Hypnose als das siehst, was sie ist:

Eine wunderschöne Art und Weise, dein Leben noch ein wenig freier, gesünder, authentischer, freudvoller und aus der Fülle heraus gestalten zu können.

Sei umarmt,

Janine

Weiter lesen

Angst vor der Sichtbarkeit – Hypnose Bern Blog

Angst vor der Sichtbarkeit

Kennst du das, du zeigst dich und hast umgehend das Gefühl, zu viel Platz eingenommen zu haben? Und du fürchtest dich vor der Meinung anderer? Du hältst dich klein? Damit bist du nicht allein UND das muss nicht so bleiben.
Wofür ich Hypnose dankbar bin – Hypnose Bern Blog

Wofür ich Hypnose dankbar bin

Heute, 4.1., ist Welthypnosetag. Ein guter Zeitpunkt, um Schönes hervorzuheben und danke zu sagen.