Arachnophobie – Angst vor Spinnen
Acht Beine, eine grosse Angst
Du weisst, dass die Spinne im Badezimmer harmlos ist. Dass sie mehr Angst vor dir hat als du vor ihr. Dass sie nützlich ist. Das alles hilft genau: gar nicht.
Arachnophobie – die Angst vor Spinnen – ist die häufigste Tierphobie weltweit und betrifft Schätzungen zufolge bis zu 5 Prozent der Bevölkerung. Sie reicht von leichtem Ekel bis zu panischer Angst, die ganze Räume unbetretbar macht.
Was mich in meiner Praxis immer wieder berührt: Viele Betroffene schämen sich für ihre Angst. Sie finden sie «lächerlich» oder «übertrieben» – und kommen trotzdem kaum dagegen an. Das ist kein Widerspruch. Es zeigt, dass die Angst nicht auf der rationalen Ebene sitzt.
Angeboren oder gelernt?
Lange galt Spinnenangst als rein evolutionär programmiert. Neuere Forschung (Hoehl et al., 2017, Frontiers in Psychology) zeigt ein differenzierteres Bild: Babys reagieren auf Spinnenbilder zwar mit erhöhter körperlicher Erregung, aber eine klinische Phobie mit Panik und Vermeidung entwickelt sich erst durch Erfahrung – ein erschreckter Elternteil, ein gruseliger Film, eine unerwartete Begegnung.
Das ist eine gute Nachricht für die Therapie. Was gelernt wurde, kann umgelernt werden.
Wie zeigt sich Arachnophobie im Alltag?
Die meisten denken bei Spinnenangst an die grosse Hausspinne im Herbst. Aber die Angst geht oft weiter:
- Räume nicht betreten, in denen eine Spinne gesehen wurde
- Im Sommer Fenster geschlossen halten
- Ferien nur in spinnenarmen Regionen
- Keller, Garagen oder Gartenhäuser meiden
- Ständiges Scannen der Umgebung nach Spinnen oder Netzen
Manche Betroffene können nicht einmal Bilder von Spinnen ansehen, was Naturfilme oder bestimmte Bücher ausschliesst.
Eine Sitzung, die überrascht
Arachnophobie gehört zu den Phobien, die in der Hypnose oft am schnellsten ansprechen. Der Grund: Die Angst ist meist klar umrissen (ein Tier, keine komplexe Situation) und hat oft einen identifizierbaren Auslöser.
In der Sitzung gehe ich folgendermassen vor: Wir finden heraus, wann die Angst entstanden ist oder was sie verstärkt hat. In Trance verändern wir dann die emotionale Reaktion auf das innere Bild der Spinne – nicht durch Konfrontation, sondern durch eine schrittweise Neubewertung.
Du wirst danach Spinnen wahrscheinlich nicht streicheln wollen. Aber das Ziel ist auch nicht Begeisterung, sondern Gelassenheit: Eine Spinne sehen und ruhig bleiben. Sie selbst aus dem Raum bringen können. Nicht mehr das ganze Haus nach ihnen absuchen.
Hypnosetherapie ist eine ergänzende Methode und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Kosten
- Dauer pro Sitzung: circa 90 Minuten
- Kosten: 150 CHF pro Sitzung
- Studenten/innen: 120 CHF pro Sitzung
- Arbeitssuchende: 120 CHF pro Sitzung
- Pensionierte: 120 CHF pro Sitzung
- Krankenkasse: Die Kosten werden derzeit nicht von den Krankenkassen übernommen.
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