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Kann ich unter Hypnose die Kontrolle verlieren?

Nein, du kannst unter Hypnose nicht die Kontrolle verlieren. Dies ist einer der hartnäckigsten Mythen über Hypnose, der vor allem durch Filme und Showhypnose entstanden ist. In Wirklichkeit behältst du während der gesamten Hypnosesitzung die volle Kontrolle über dich selbst.


Was die Wissenschaft sagt

Wissenschaftliche Studien zeigen eindeutig: Menschen in Hypnose können nicht dazu gebracht werden, etwas zu tun, das ihren moralischen Überzeugungen oder Werten widerspricht. Das Unterbewusstsein hat einen eingebauten Schutzmechanismus, der solche Handlungen verhindert.


Fakten zur Kontrolle in Hypnose

Du behältst immer die Kontrolle

  • ✓ Du hörst alles, was gesagt wird
  • ✓ Du kannst jederzeit die Augen öffnen
  • ✓ Du kannst jederzeit sprechen
  • ✓ Du kannst die Sitzung jederzeit beenden
  • ✓ Du erinnerst dich an alles

Was nicht passieren kann

  • ✗ Du wirst nicht bewusstlos
  • ✗ Du kannst nicht «stecken bleiben»
  • ✗ Du verrätst keine Geheimnisse gegen deinen Willen
  • ✗ Du tust nichts, das deinen Werten widerspricht
  • ✗ Du wirst nicht willenlos oder manipulierbar

Woher kommt der Mythos?

Der Mythos vom Kontrollverlust stammt hauptsächlich aus zwei Quellen:

Showhypnose

Bei Bühnenshows sieht es so aus, als würden Menschen willenlos den Anweisungen des Hypnotiseurs folgen. Die Wahrheit: Diese Menschen wählen freiwillig, mitzumachen. Sie wollen Teil der Show sein und sind bereit, Dinge zu tun, die sie normalerweise nicht tun würden – aber eben freiwillig.

Filme und Medien

Hollywood liebt die dramatische Darstellung von Hypnose als Werkzeug zur Gedankenkontrolle. Das macht gute Filme, hat aber mit der Realität wenig zu tun.


Der therapeutische Unterschied

Therapeutische Hypnose unterscheidet sich grundlegend von Showhypnose:

ShowhypnoseTherapeutische Hypnose
UnterhaltungHeilung und Veränderung
Autorität des HypnotiseursPartnerschaftliche Zusammenarbeit
Schnelle EffekteNachhaltige Veränderung
ÖffentlichVertraulich und geschützt

Dein innerer Schutz

Dein Unterbewusstsein ist wie ein innerer Wächter, der dich schützt. Selbst in tiefer Hypnose würde es sofort «Alarm schlagen» und dich aus der Hypnose holen, wenn etwas nicht stimmt oder gegen deine Interessen geht.

Deshalb funktioniert Hypnose auch nur, wenn du freiwillig dabei bist und dem Prozess vertraust. Ohne deine Zustimmung und Mitarbeit ist Hypnose nicht möglich.


Häufige Bedenken

«Aber was, wenn ich nicht aufwache?»

Hypnose ist kein Schlaf. Du wachst nicht «auf», weil du gar nicht schläfst. Sollte eine Sitzung abrupt enden, würdest du einfach von selbst in den normalen Wachzustand zurückkehren – so wie wenn du aus einem Tagtraum aufwachst.

«Kann die Therapeutin meine Gedanken lesen?»

Nein, absolut nicht. Gedankenlesen ist nicht möglich – weder mit noch ohne Hypnose. Was du preisgibst, entscheidest du selbst.

«Was wenn ich etwas Peinliches sage?»

Du behältst die Kontrolle darüber, was du sagst. Du kannst schweigen, wenn du möchtest. Es gibt keinen «Wahrheitsserum»-Effekt.


Vertrauen aufbauen

Wenn du Bedenken hast, ist das völlig normal. Ein gutes Vorgespräch vor der ersten Sitzung hilft, Fragen zu klären und Vertrauen aufzubauen. Du kannst Hypnose auch erst einmal in einer leichten Form kennenlernen, um dich mit dem Zustand vertraut zu machen.

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