Agoraphobie – Angst vor Menschenmengen
Wenn die Welt immer kleiner wird
Zuerst meidest du Konzerte. Dann grosse Einkaufszentren. Dann den Wochenmarkt. Irgendwann wird auch der Supermarkt zur Herausforderung. Agoraphobie – oft vereinfacht als «Platzangst» beschrieben – ist in Wirklichkeit die Angst vor Situationen, aus denen eine Flucht schwierig wäre oder in denen keine Hilfe verfügbar ist.
Die Welt wird dabei Stück für Stück kleiner. Der sichere Radius schrumpft. Was früher selbstverständlich war – Zugfahren, ein Stadtbummel, ein Restaurantbesuch – wird zum Kraftakt oder fällt ganz weg.
Das Missverständnis klären
Agoraphobie ist keine Angst vor offenen Plätzen, auch wenn der Name das nahelegt. Es geht um die Angst vor dem Ausgeliefertsein: Was, wenn ich hier eine Panikattacke bekomme? Was, wenn ich nicht schnell genug rauskomme? Was, wenn mir niemand hilft?
Deshalb tritt Agoraphobie häufig zusammen mit Panikstörung auf. Die Panikattacke selbst wird zur Bedrohung – und jede Situation, in der sie auftreten könnte, wird gemieden. Ein Muster, das sich selbst verstärkt.
Warum Vermeidung das Problem verschlimmert
Jede vermiedene Situation bestätigt dem Gehirn: «Diese Situation ist gefährlich.» Der sichere Bereich wird kleiner, die Angst grösser. Gleichzeitig nimmt das Selbstvertrauen ab – das Vertrauen, dass der eigene Körper funktioniert, dass man eine schwierige Situation aushalten kann.
Das ist keine Schwäche. Es ist eine logische Konsequenz des Vermeidungsverhaltens, und genau hier setzt die Arbeit mit Hypnose an.
Mein Ansatz
Bei Agoraphobie arbeite ich behutsam und in dem Tempo, das für dich stimmt. Hypnose hat dabei einen entscheidenden Vorteil: Du kannst in Trance Situationen innerlich erleben, ohne dich physisch dorthin begeben zu müssen. Das macht den Einstieg leichter als bei einer klassischen Expositionstherapie.
Was wir in der Sitzung konkret tun:
Zuerst schauen wir, was hinter der Angst steckt. Gab es ein auslösendes Erlebnis? Eine Panikattacke, nach der sich alles verändert hat? Oder hat sich die Angst schleichend aufgebaut?
Dann arbeiten wir in Trance daran, dein Nervensystem neu zu kalibrieren. Du erlebst innerlich eine Situation, die dir normalerweise Angst macht – den Bus, den Supermarkt, die Menschenmenge – aber mit einem Gefühl von Sicherheit und Kontrolle. Dein Unterbewusstsein beginnt, diese Situationen anders einzuordnen.
Parallel stärken wir dein Vertrauen in deinen Körper. Denn Agoraphobie handelt im Kern von Vertrauen: Kann ich darauf vertrauen, dass mein Körper mich nicht im Stich lässt?
Ehrlichkeit statt Versprechen
Agoraphobie, die sich über Jahre aufgebaut hat, löst sich selten in einer einzigen Sitzung auf. Aber eine spürbare Veränderung – der erste Schritt in eine Situation, die vorher unmöglich schien – ist häufig schon nach wenigen Sitzungen möglich.
Hypnosetherapie ist eine ergänzende Methode und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Bei schwerer Agoraphobie mit Panikstörung kann eine Kombination aus Psychotherapie und Hypnose besonders wirksam sein.
Kosten
- Dauer pro Sitzung: circa 90 Minuten
- Kosten: 150 CHF pro Sitzung
- Studenten/innen: 120 CHF pro Sitzung
- Arbeitssuchende: 120 CHF pro Sitzung
- Pensionierte: 120 CHF pro Sitzung
- Krankenkasse: Die Kosten werden derzeit nicht von den Krankenkassen übernommen.
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